Wenn Gott es gewollt hätte, hätte er die Lebewesen sicherlich auch durch Evolution erschaffen können. Im Quran ist hingegen in dieser Richtung kein Hinweis anzutreffen, und kein einziger Vers ist zu finden, der die These der Evolutionisten der stufenweisen Entstehung der Arten unterstützt. Sofern eine solche Schöpfungsform existieren würde, könnten wir dies in ausführlichen Erklärungen der Quranverse ersehen. Trotzdem deuten gewisse darwinistische Muslime die ansonsten sehr klar verständlichen Quranverse falsch und messen ihnen statt der wahrheitsgetreuen Bedeutungen einen anderen Sinn zu. Zur Verteidigung der Evolution und um bestimmte Verse aus dem Quran dazu als Beweis benutzen zu können, verdrehen sie den Sinn bestimmter Verse, ziehen mit falsche Schlüsse, und interpretieren den Quran unter Einbeziehung ihrer Vorurteile. Dies ist eine äusserst gefährliche Situation. Gott hat die Lage von Leuten wie diesen im Quran wie folgt beschrieben:
| Die evolutionistischen Wissenschaftler beziehen ihre Stärke nicht – wie gewisse Muslime meinen – aus wissenschaftlichen Beweisen, sie nehmen sie aus Fälschungen, Verdrehungen und Phantasie-Beweisen. Auch Rekonstruktionen sind ein Beispiel dieser Verdrehungen. Die Evolutionisten benutzen absichtlich Körperteile wie Nase, Lippen, Haare, Augenbrauen und Borsten, die keine Fossilienspur hinterlassen, um die Evolution zu “beweisen”. Sie präsentieren Zeichnungen, die die Phantasiewesen beim Gang mit ihrer Familie, beim Jagen oder anderer Szenen aus ihrem täglichen Leben zeigen. Jeder einzelne dieser Entwürfe ist jedoch ein Phantasieprodukt und wird in Wahrheit nicht durch einen einzigen Fossilienfund unterstützt. |
Die Herkunft des Problems ist folgende: Die Muslime, welche die Evolution verteidigen, akzeptieren diese Theorie als eine wissenschaftliche Tatsache; demzufolge nähern sie sich auch dem Quran mit der Logik, er müsse die Evolution bestätigen. Mit dem Ziel, eine Interpretation zur Evolutionstheorie erbringen zu können, messen sie jedem Wort eine durch Vorurteile erzwungene Bedeutung bei. Wenn man den Quran als Ganzes betrachtet oder einen als Beweis verwendeten Quranvers, der mit einem vorangehenden und dem nächsten Vers verglichen wird, dann sieht man, dass die erfolgten Erläuterungen an den Haaren herbei gezogen sind und überhaupt keine Gültigkeit haben.
Der Quran sollte, so wie von Gott gesandt ist und ohne unter dem Einfluss irgendwelcher religionslosen Ideen und Philosophien zu stehen, mit völlig aufrichtigem Herzen gelesen und auf diese Weise verkündet werden. Überdies sollte die Person, die den Quran erläutert, sich gottesfürchtig benehmen und anstatt die Verse zu ändern und falsch zu interpretieren sich Gott anvertrauen. Wenn der Quran so gelesen wird, finden sich in ihm keinerlei Informationen über die “Schöpfung durch Evolution”. Es wird im Gegenteil festgestellt, dass Gott mit einem einzigen Befehl, nämlich “Sei!” alle Geschöpfe erschaffen hat. Sofern tatsächlich vor dem Propheten Adam (a.s) Wesen aus einer Mischung halb Affe – halb Mensch gelebt hätten, hätte Gott uns dies im heiligen Quran deutlich und leicht verständlich erzählt. Die Übersichtlichkeit und leichte Verständlichkeit des heiligen Quran zeigt, dass die Behauptung der evolutionellen Erschaffung nicht der Wahrheit entspricht.
Zum Beispiel hatte Muhammed Hamdi Yazir aus Elmali hat diesen Vers als “Indessen hatte Er euch Stufe um Stufe, durch etliche Stadien erschaffen” übersetzt. In der Interpretation des Quranverses hingegen hatte er diese Stadien als “Evolutionsstufen” bezeichnet. Was hier jedoch als “Evolutionsstufen bezeichnet wird hat mit der Evolutionstheorie die vorgibt, der Mensch stamme von einem unterschiedlichen Lebewesen ab, überhaupt keinen Zusammenhang. In der Fortsetzung der Interpretation wird beschrieben, was es mit diesen Stadien auf sich hat:
Gemäss Erläuterung von Ebu’s-Suud43 hat Gott den Menschen zuerst aus Elementen, nachher aus Nahrung, aus Mischungen, aus Spermien, aus einem Embryo, aus einem Stück Fleisch, aus Knochen und Fleisch erschaffen, und nachher auch mit einer ganz anderen Schöpfung Gestalt gegeben. “Gesegnet sei Gott, der beste der Schöpfer!” (Sure 23:14 – al-Mu’minun) Jener gute Schöpfer, der all dies macht, ist Er des Preisens und der Hochachtung nicht wert? Erhebt Er euch nicht mit noch anderer Form und Erschaffung? Oder unterdrückt und vernichtet Er nicht durch jene schmerzvollen Qualen? Warum denkt ihr nicht darüber nach?Wie aus den obigen Aussagen von Elmali zu verstehen ist, werden die in diesem Quranvers er-wähnten Stadien erklärt, wie ein Mensch als Samenzelle in der Gebärmutter angelangt ist, um zuerst als Embryo, dann als ein Stück Fleisch, nachher sich in Form von Knochen und Fleisch entwickelt und als Mensch zur Welt kommt.
Auch in der “Deutung” von Imam Tabari wurde der 14. Vers der Sure Nuh mit “Tatsächlich hatte Er euch durch Stadien erschaffen” übersetzt und in folgender Weise erläutert: “Vorher wart ihr eine Samenzelle; darauf hat Er euch in ein Blutgerinnsel, und nachfolgend dann in ein rohes Fleischstück verwandelt und erschaffen”.44
Omar Nasuhi Bilmen hingegen hat den Quranvers mit “Tatsächlich, Er hat euch bestimmt durch verschiedenartige Stufen erschaffen” übersetzt und wie folgt interpretiert:
“Er hat euch sicher durch verschiedene Stufen erschaffen. Am Anfang ward ihr jeder einzelne eine Samenzelle, nachher ein Stück Blut, ein Stück Fleisch, ihr kamt in den Besitz von Knochen, und alsdann seid ihr als Mensch in einen Menschenkörper gefügt worden. Mit All diesen verschiedenen, beispielhaftenEreignissen und Veränderungenist nicht jeder einzelne ein glänzender Beweis Seiner Macht und Würde? Weshalb denkt ihr nie über eure eigene Erschaffung nach!” 45Wie ersichtlich hatten Islamische Kreise den 14. Vers der Sure Nuh mit Übereinstimmung auf gleiche Weise interpretiert, indem sie sagten, dass zwischen Samenzelle und Menschwerdung sich Stadien befinden. Dass der Vers auf diese Art interpretiert werden muss, hat mit dem Prinzip “Quranverse werden im Licht der anderen Quranversen gedeutet” zu tun. Denn Gott erzählt in anderen Versen die Erschaffungsphasen des Menschen als Phasen in der Gebärmutter. Demzufolge sollte auch aus dem Wort “atwaran” diese Bedeutung verstanden werden. Aus diesem Wort zu versuchen, den Ursprung des Menschen mit einer anderen Lebensart zu verknüpfen und die Evolutionstheorie zu unterstützen, ist eine Interpretation ohne Grundlage.
Das Arabische der unterstrichenen Aussage sieht so aus:
lam yakun shay'an madhkuran
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“Am Anfang waren Elemente und Minerialien als erste Substanzen, von denen nachher stufenweise die mittleren Substanzen als pflanzliche und tierische Nahrung des “reinsten Tons” (Sure 23:12 – al-Mu’minun), erschaffen wurden, und aus dem nachher allmählich eine der Samenflüssigkeit naheliegende Substanz stufenweise zu etwas wurde, aber das als Mensch bezeichnete Ding ist nicht entstanden. In Wahrheit gibt es das Individium Mensch wie jede Menschengattung nicht seit Ewigkeiten, sondern er ward nachher. Er existierte sogar viel später als seit dem Anfang der Zeitund der Erschaffung des Universums.”46Omar Nasuhi Bilmen interpretiert den Quranvers hingegen folgenderweise:
Diese Verse verkünden, dass Gott den Menschen aus einem Tropfen Wasser erschuf und dass Er eine Prüfung für ihn vorbereitet hat… Am Anfang gab es keine Menschheit, doch sie wurde als Gestalt erschaffen aus einem Tropfen Wasser, Erde und Lehm. Dieser Mensch war unbekannt zu dieser Zeit, sein Name und warum er erschaffen worden war, war ein Rätsel für die Bewohner des Erde und des Himmels. Dann wurde er daran erinnert, dass er eine Seele habe.47
Imam al-Tabari hat den Vers jedoch so gedeutet: “Seit dem ersten Menschen (Adam) ist eine derart lange Zeit vergangen, dass er während jener Zeit nicht einmal etwas von Ruhm und Überlegenheit war. Er bestand nur aus klebrigem Schlamm und einem veränderlichen Stück Lehm.”48
Auch die in diesem Quranvers vorkommende und die Zeit beschreibende Definition als “evolutionelle Frist” zu interpretieren, ist laut Quran eine subjektive Deutung ohne Stütze.
Dass der Mensch wohl aus Wasser, jedoch mittels Samenzelle erschaffen wurde, ist durch Islamische Kreise und Interpreten stets erklärt worden. Zum Beispiel deutet Muhammed Hamdi Yazir von Elmali den 2. Vers der Sure al-Insan folgendermassen:
“... In dieser Form aus einem Samentropfen (nutfah) erschaffen. Was der Herr als Samentropfen (nutfah) erläutert, nennt man im Grunde reines Wasser. Zu dem Wasser des Mannes wurde auch Samentropfen gesagt. Es war Brauch, Samentropfen (nutfah) und Samenflüssigkeit als gleichbedeutend zu betrachten. Aber wie am Ende der Sure al-Qiyama der Spruch “War er denn nicht ein Tropfen ausfließenden Samens?” (Sure 75:37 – al-Qiyama) erwähnt wird, wurde im Quran auch erläutert, dass der Samentropfen etwas sei, das aus einem Teil der Samenflüssigkeit bestehe. Auch Sahih al Muslimmeinte aufgrund von Gerüchten und zu Ehren dieses Geschehnisses, dass “Nicht vom ganzen Wasser ein Kind entsteht, und hat bei einem “Ganzen” jeden Teil spezifiziert, denn “Von jedem einzelnen Teil eines Wassers” hat er nicht geredet, sondern einen bestimmten Teil mit “vom ganzen Wasser “ gemeint. Es versteht sich, dass jenes Wasser, aus dem ein Kind entsteht, nicht als ein Ganzes, bzw. als ganze Samenflüssigkeit zu betrachten ist, sondern nur als ein Teil davon, d.h. als einen Teil der Samenflüssigkeit, bei dem es sich hier um den reinen Samen handelt.”49In der Interpretation von Omar Nasuhi Bilmen wird dieser Vers jedoch auf diese Weise erörtert:
Hingegen übersetzte Ibn al-Tabari diesen Vers mit “... Die Nachkommenschaft von Adam haben wir durch die Vereinigung der Befruchtungswasser von Mann und Frau erschaffen”.50
… (Wir schufen den Menschen aus einem gemischten Tropfen.) Wir haben ihn geformt aus der männlichen und weiblichen Flüssigkeit, die sich vermischen. Ja… Menschen waren für eine bestimmte Zeit nutfah, kristallklares reines Wasser, dann 'alaq, ein Klumpen Blut, dann mudgha, ein Stück Fleisch. Später werden Knochen geformt, mit Fleisch umhüllt und sie werden lebendig…51Wie aus diesen Erläuterungen hervorgeht, hat die Tatsache, dass der Mensch “aus einem komplexen Tropfen Wasser” erschaffen wird, mit der Behauptung der Evolutionstheorie – der Mensch entstehe stufenweise nach einer Reihe von Zufällen, aus einer einzigen Zelle im Wasser – gar keinen Zusammenhang. Wie alle grossen Verfasser erörtert haben, wird auch in diesem Quranvers auf die Erschaffung des Menschen im Mutterleib hingewiesen.
Wenn ein weiterer Vers, in dem von den Erschaffungsstufen des Menschen erzählt wird, aufmerksam geprüft wird, kann der aus diesen Deutungen stammende Irrtum nicht verborgen bleiben. Im Vers heisst es wie folgt:
Im Vers wird sehr deutlich beschrieben, dass die Menschen sich nicht durch Evolutionsphasen, sondern durch Schöpfungsstadien im Mutterleib entwickeln, die dann von der Geburt bis zum Alter weiterführen.
Auch die weiteren Quranverse, die mitteilen, der Mensch und die anderen Lebewesen seien aus Wasser erschaffen worden, ergeben keinen Sinn zur Unterstützung der Evolutionstheorie. Einige der Verse, die diese Aussage beinhalten, lauten wie folgt:
Und dass Er die beiden Geschlechter erschuf, das männliche und das weibliche, aus einem Samentropfen, wenn er ergossen wird (min nutfatin idha tumna); und dass lhm die zweite Schöpfung obliegt. (Sure 53:45-47 – an-Nadschm)
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War er denn nicht ein Tropfen ausfließenden Samens? (nutfatan min maniyin yumna) (Sure 75:37 – al-Qiyama)
- nutfatan : nutfah, ein Tropfen Wasser
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So betrachte der Mensch doch nur, woraus er erschaffen wurde! Erschaffen wurde er aus einer herausschießenden Flüssigkeit (Khuliqa min ma'in dafiqin), die zwischen Lenden und Rippen herauskommt. (Sure 86:5-7 – at-Tariq)
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Gewisse Interpreten meinen, dass in der Aussage der Verse “die Lebewesen werden aus Wasser erschaffen”, eine parallele Bedeutung zur Evolutionstheorie zu finden sei. Dies ist jedoch eine sehr falsche Interpretation. In den Versen wird mitgeteilt, dass die Lebewesen aus Wasser erschaffen wurden, und dass das Grundmaterial der Lebewesen Wasser sei. So hat die moderne Biologie dargelegt, dass Wasser das grundlegende Element des Körpers eines jeden Lebewesens ist. Der menschliche Körper besteht ungefähr zu 70% aus Wasser. Ohne Wasser gibt es kein Leben.
“... Denjenigen, der deinen Vorfahren Adam aus Erde erschaffen, dich nachher aus dem Sperma eines Mannes und dem Ei einer Frau gemacht, dich alsdann vollkommen in eine Menschengestalt gefügt hat, willst du diesen – Gott – verleugnen? Gott, Der dir die vielen Dinge gegeben und Dem du deine heutige Lage zu verdanken hast, hat – nachdem du gestorben und zu Erde geworden warst, dich wiederum als ein neues Geschöpf auferstehen lassen.”52Omar Nasuhi Bilmen jedoch deutet denselben Vers wie folgt:
Verleugnet Ihr den allmächtigen Gott, Der den Propheten Adam (a.s) erschaffen hat, den Urvater eurer Rasse und Grund eurer Schöpfung, (aus Staub), Der dann euch erschuf und (euch zu Menschen formte, nachdem Er euch erschaffen hatte) aus nutfah und einem Tropfen Sperma, der euch ins Dasein brachte als vollständiges menschliches Wesen, als Ergebnis verschiedener Stadien des Lebens? Denn das Leben nach dem Tode verneinen heißt, den allmächtigen Gott verneinen, Der euch verkündet, dass es geschehen wird und Der die Macht hat, es geschehen zu lassen.53Wie in den obigen Deutungen ersichtlich ist, handelt es sich im 37. Vers der Sure al-Kahf und in den anderen Versen, in denen die Aussage “der Mensch sei aus Wasser erschaffen” enthalten ist, nur um eine persönliche Interpretation, die diese Verse als “Beweis” für die evolutionelle Erschaffung benützt; die Verse haben jedoch keine solche Bedeutung. Das im Vers erwähnte “von Erde erschaffen” bezieht sich auf die Schöpfung des Propheten Adam (a.s); aus Wasser erschaffen und das Werden eines ordentlichen Mannes erzählt jedoch die Entwicklung beginnend mit dem Sperma. Im untenstehenden Vers wird darauf hingewiesen, dass Gott aus Lehm direkt einen Menschen erschaffen hat. In diesem Vers, in dem von der Schöpfung des Propheten Adam (a.s) erzählt wird, ist von einer Stufe auch nicht die Rede:
Im Quran gibt es noch sehr viele Verse, die darauf hinweisen, dass der Prophet Adam (a.s) nicht durch eine evolutionelle Phase erschaffen wurde. In einem dieser Verse steht dies wie folgt:
Und sich von ihnen absonderte, da sandten Wir Unseren Geist zu ihr, und er erschien ihr wie ein vollkommener Mann. Sie sprach: "Ich suche Zuflucht vor dir beim Erbarmer! Wenn du gottesfürchtig bist, (Iaß ab.)" Er sprach: "Ich bin nur ein Bote deines Herrn, um dir einen lauteren Sohn zu bescheren." Sie sprach: "Wie soll ich einen Sohn bekommen, wo mich kein Mann berührt hat und ich keine Dirne bin?" Er sprach: "So sei es! Dein Herr hat gesagt: »Das ist Mir ein leichtes! Und Wir wollen ihn zu einem Zeichen für die Menschen machen und zu einer Barmherzigkeit von Uns. Und das ist eine beschlossene Sache.«" (Sure 19:17-21 – Maryam)
In den weiteren Versen, in denen das Erschaffen durch Erde und Wasser vorkommt, wird beschrieben, dass der Mensch nicht durch Evolution erschaffen wurde, sondern sie zeigen die Phasen der Erschaffung des Menschen ausserhalb und innerhalb des Mutterleibs, sowie nach der Geburt:
"inni khaliqun basharan min tinin" bedeutet “Ich bin derjenige, Der aus Schlamm einen Menschen erschafft.”In diesem Vers befindet sich keine Aussage der Form von “Ich bin gerade dabei zu machen”. Wahrhaftig versteht es sich, dass in der Fortsetzung des Verses die Aussage “wenn ich ihn gestaltet und angehaucht haben werde, müsst ihr vor ihm niederknien” vorkommt, und hierbei das Verb “erschaffen” als “auf einmal erfolgt” bedeutet. So übersetzen denn auch Islamische Kreise diesen Vers nicht als “Ich bin gerade dabei zu machen”. Zum Beispiel erläutert Suleyman Ates den Vers in seiner Deutung wie folgt:
“Dein Herr hatte zu den Engeln gesagt: “Ich werde aus Schlamm einen Menschen erschaffen.”Auch Imam al-Tabari hatte denselben Vers mit “Aus Schlamm werde ich einen Menschen erschaffen” übersetzt und in dieser Weise interpretiert:
Gott hatte den Engeln gesagt, dass Er aus Schlamm einen Menschen erschaffen werde, und als er einen Menschen aus Schlamm geformt und ihn mit seiner Seele angehaucht hatte, befahl er den Engeln, vor dem Menschen niederzuknien. Die Engel waren alle vor ihm niedergekniet. Nur der Satan – als einziger der Dämonen – gab vor, weil er selbst aus Feuer erschaffen worden war, und sich deshalb besser als der aus Schlamm erschaffene Mensch vorkam, ist vor dem Vorfahren des Menschen nicht niedergekniet.”
“... Zu einer Zeit hatte dein Herr den Engeln verkündet: Ich werde aus Schlamm einen Menschen erschaffen... Wenn ich seine Erschaffung vollendet, seine Gestalt verbessert und ihm auch etwas von Meiner Seele eingehaucht haben werde, müsst ihr vor ihm niederknien.”54Um ihre These, der Mensch sei innerhalb eines gewissen Entwicklungsprozesses erschaffen worden, zu unterstützen, benutzen die Vertreter der evolutionellen Erschaffung einen weiteren Quranvers, der wie folgt lautet:
Überdies deutet Omar Nasuhi Bilmen diesen Vers mit “... Er hat aus einem Stück Erde und Wasser den heiligen Adam erschaffen”55; und auch Imam al-Tabari deutet so:“... Die Erschaffung von Adam hatte er mit Schlamm begonnen”56.
Auch die im untenstehenden Vers unterstrichenen Aussagen werden von den Muslimischen Evolutionisten als Hinweis auf einen Evolutionsprozess interpretiert:
"Der Herr hat dich erschaffen“. Es ist klar, was mit Schöpfung hier gemeint ist: Ins Dasein bringen, bevor der Körper und die Organe entstehen, bevor Maße und Gestalt festgelegt sind und die Teile zusammengefügt werden. Es wird uns auch gelehrt, dass Existenz, das Wesentliche jeder Segnung, die wichtigste göttliche Gunst und Güte ist.Muqatil zufolge bedeutet folgender Text aus der Sure al-Qiyama, Vers 4: "Es ist uns ein Leichtes, seine Finger neu zu formen“, dass der Körper wohlgeformt ist, wie die Symmetrie der zweifach vorhandenen Organe (z.B. Augen, Ohren, Hände und Füße) zeigt, die man aus der Anatomie kennt.57 Nach Abu Ali Farisi bedeutet der Ausdruck "Er formte euch wohl“, "Er formte euch in der bestmöglichen Weise, und mit dieser Proportion gab Er euch die Fähigkeiten der Vernunft, der Vorstellungskraft und der Kraft und Er gab euch die Vorherrschaft über Pflanzen und andere Lebewesen. Er versetzte euch in das Stadium der Reife, weit überlegen den anderen Wesen in der Welt.“ Das deckt sich mit der Bedeutung von "Als Ich ihn geformt habe und ihm Meinen Atem eingehaucht habe.“ (Sure 15:29 – al-Hidschr) und "und ihn hoch über die vielen anderen setzte, die Wir erschaffen haben.“ (Sure 17:70 – al-Isra). All das sind Segnungen aus der Güte Gottes.58
Dann ordnete Er euren Körper und seine Organe. Es steht geschrieben, "Er erschuf euch aus Staub, dann aus einem Tropfen Sperma, dann formte Er euch als Menschen.“ (Sure 18:37 – al-Kahf) In zahlreichen weiteren Versen steht, dass der Mensch in das Stadium versetzt wurde, in dem ihm die Seele eingehaucht werden konnte; Er ordnete eure Körper, Organe und Kräfte und gab euch Harmonie und Maß. Hier gibt es zwei Interpretationen, eine von dem Begriff 'adl und die andere von dem Begriff ta'dil. Da sie beide "ausgleichen“ und "normalisieren“ bedeuten, sind verschiedenen Interpretationen entstanden, nach denen die "geordnete Schöpfung“ perfekt geraten ist.
Omar Nasuhi Bilmen interpretiert den gleichen Vers wie folgt:
Ja, unser Herr (Der euch erschuf) gab euch Gestalt aus dem Nichts (dann formte Er euch), gab euch gesunde, perfekte Organe (und proportionierte euch). Er proportionierte eure Organe, ästhetisch und natürlich.59
Ebenso hat Imam al-Tabari erörtert, dass der 7. Vers der Sure al-Infitar ein Hinweis auf die Schöpfung des Menschen innerhalb einer Ordnung sei:
“O Mensch, Er ist der Herr, Der dich erschaffen, deine Schöpfung ordentlich gemacht, dich in widerstandsfähiger, ordentlicher und kerzengerader Form zustandegebracht hat. (D.h. Er hat dich mit ordentlicher Grösse, robusten Proportionen, in schönster Ausführung und Gestalt als vollkommenen Menschen erschaffen) Gott hat dich wunschgemäss schön oder hässlich zustandegebracht.”60
Wie aus den obigen Erläuterungen ersichtlich ist, sind die Aussagen in den Versen äusserst deutlich und leicht verständlich. Sie geben einen Hinweis auf Gottes robuste, ordentliche und vollkommene Schöpfung des Menschen. Weitere ähnliche Aussagen finden sich in sehr vielen Quranversen. Zum Beispiel steht in der Sure al-Sadschda” (Secde Sure):
“... Nachher ist der Mensch als vollkommenes Geschöpf auf ordentliche Weise zustandegekommen, nachher hat Er ihm auch seinen Geist eingehaucht, so wurde er ein sprechendes Lebewesen ... Ohren, die zum Hören nützlich sind, Augen, die dazu nützen, Personen zu sehen, und Herzen, die dazu dienen, gut und schlecht zu unterscheiden; all dies hat Er euch gegeben, damit ihr euch Ihm für diese Geschenke Dankbarkeit zeigt ...” 61Omar Nasuhi Bilmens Interpretation lautet:
"Der Herr befahl dem Menschen, der begonnen hatte, Form anzunehmen, seinen Körper zu vervollständigen, als er sich noch im Leib seiner Mutter befand und formte ihn in der passenden Weise (und blies dann seinen Geist in ihn). Mit anderen Worten, Er gab ihm Leben und inspirierte die Lebenskraft in seiner Seele… Der Herr gab euch so vorteilhafte Kräfte (Hören), dass Ihr dank jener die Worte hört, die zu euch gesprochen werden, und Er schuf eure Augen und Herzen, mit denen ihr seht, was in eurer Umgebung vorgeht und unterscheiden könnt, zwischen dem, was vorteilhaft ist und was nicht. Das alles ist ein großer, göttlicher Segen.“ 62
ja’ala: erschaffen, erfinden, verwandeln, machen, setzen, ermöglichen.
Nachstehend weitere Beispiele aus Quranversen, in denen das Verb “ja’ala” vorkommt:
Eine weitere wichtige Information aus dem Quran die zeigt, dass der Prophet Adam (a.s) der erste Mensch war, ist seine Ausweisung aus dem Paradies. In den Versen wird dies auf solche Weise verkündet:
Dass alle Menschen vom Propheten Adam (a.s) abstammen, wird in einem der vielen Verse folgenderweise verkündet:
Es gibt viele Verse im Quran, in denen diese Aussage vorkommt. Zum Beispiel wird im 133. Vers der Sure al-Baqara das Wort “Vorfahren” erwähnt. Hier ist mit “Vorfahren” nicht der Evolutionsprozess gemeint, sondern die früheren Generationen der Menschen. Dasselbe gilt für die Aussage “Vorväter, ”, bei der von den vergangenen Geschlechtern die Rede ist. Auch diese Aussage liefert keinen Anhaltspunkt für Evolution:
“Im Vers gibt es zwei Seiten: Die eine, Er hat euch aus Erde geschaffen heisst, Er hat euren Vater aus Erde geschaffen – indem Er ihn zunächst aus Erde erschuf, hat er eure Gattung erschaffen. Die andere bedeutet, dass Er euch alle aus Erde erschaffen hat, denn Gott erschafft uns aus Samentropfen, jene aus Nahrung und Pflanzen, und auch ihn aus Erde.”63Omar Nasuhi Bilmen hat den 17. und 18. Vers der Sure Nuh wie folgt interpretiert:
O Ihr Menschen! Bedenkt. Gott machte euch wie eine Pflanze, die aus der Erde wächst. "Er hat Adam erschaffen, euren Urvater, aus Erde, oder eure wesentliche Substanz (Zygote) kam ins Dasein durch Pflanzen und verschiedene Nahrung, die in der Erde wächst. Menschen wachsen nun und leben. (Dann) O ihr Menschen, wird Er euch zu ihr zurücksenden. Mit anderen Worten: Wenn ihr sterbt, werdet ihr zur Erde zurückkehren und Teil der Erde werden. (Und) Dann wird Er euch aus den Gräbern holen und euch alle zum Tag des Gerichts führen. Das sind Tatsachen.64In der Deutung von Imam al-Tabari wird der Vers jedoch so interpretiert:
“Gott hat euch aus dem Staub der Erde erschaffen. Er hat euch aus dem Nichts hervorgebracht... Nachher wird Er euch erneut in euren früheren Zustand, d.h. in die Erde zurückführen. Ihr kehrt in euren Zustand vor der Erschaffung zurück. Wenn Er es will, holt er euch aus dem Boden lebend heraus. Ihr werdet erneut zu eurem Leben in der Welt berufen.”65Wie aus den Interpretationen von Qurangelehrten ersichtlich ist, ist es nicht möglich, diesen Quranvers als Hinweis auf eine Schöpfung durch Evolution zu deuten Die evolutionistische Behauptung, dass durch die Vereinigung lebloser Substanzen Leben entstehen könne, ist eine unwissenschaftliche Sturheit, welche durch kein Experiment und keine Beobachtung bestätigt wurde. Ganz im Gegenteil, der französische Biologe Louis Pasteur hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich bewiesen, dass Leben nur aus bereits vorhandenem Leben entstehen kann. Dies beweist, dass das Leben auf eine bewusste Art erschaffen wurde, was nichts anderes bedeutet, dass der Schöpfer aller Lebewesen Gott ist. Die wissenschaftlichen Beweise dazu und die Irrtümer der Evolutionisten finden sich ausführlich in den Büchern Der Evolutionsschwindel, Der widerlegte Darwinismus, Klare Antwort an die Evolutionisten 1-2 und Irrtümer der Evolutionisten von Harun Yahya.
“Dein Herr erschafft Seine Diener nach Seinem Wunsch und erwählt aus ihnen diejenigen, welche Er auch zum richtigen Glauben führt. Für sie gibt es kein Recht zur Alternative. Sie haben kein Anrecht darauf, die gewünschte Arbeit zu machen ...”66
Der grosse Gelehrte Omar Nasuhi Bilmen hingegen erläutert diesen Vers wie folgt:
In diesen heiligen Versen erklärt Gott Seine schöpferische Kraft, dass Er bevorzugt und wählt, wen Er will, Seine Weisheit und Macht, Seine Einheit, Seinen Ruhm und Seine Pracht, Seine göttliche Kontrolle, und dass alle Seine Diener in Seine spirituelle Gegenwart berufen werden. Mit anderen Worten, niemand kann die Entscheidung und die Wahl des Allmächtigen in irgendeiner Weise umgehen. Was immer Seine Diener wählen, hat allein nichts zu bedeuten. Gott ist nicht verpflichtet, zu erschaffen, was sie bevorzugen. Gott sendet Seine Propheten nicht um der Meinung der Menschen willen, sondern nur nach Seinem göttlichen Ratschluss. Nur Er weiß, wie und durch welche Mittel Güte und Wohlstand sich manifestieren werden. Er hat niemanden neben Sich, nichts kann existieren gegen Seinen unendlichen Willen, und kein Wille kann sein gegen Seine gepriesene Bestimmung und Auswahl.67
Jedoch deutete Hamdi Yazir von Elmali den gleichen Vers auf folgende Art:
Euer Herr erschafft und erwählt, was Er will. In anderen Worten, Er erschafft, was Er will und erwählt die, die Er will aus denen, die Er erschaffen hat. Er erlegt ihnen Pflichten wie das Prophetentum und Fürsprache auf. Sie haben keine Wahl in dieser Angelegenheit. Abgesehen von dem, was Gott erwählt, haben sie nicht das Recht, andere Propheten und Fürsprecher zu wählen.68
Bei dem Quranvers, den die Muslimischen Evolutionisten als Argument für die natürliche Selektion benutzen und als zweiten Vers angeben, handelt es sich um den 1. Vers der Sure al-Fatir. Im Vers wird wie folgt verkündet:
Auch Omar Nasuhi Bilmen erläutert diesen Vers auf gleiche Weise wie Imam al-Tabari und sagt: “Er ist so kraftig, dass Er den Engeln noch zu vielen Flügeln und Kräften gibt.”70
Es ist ein grosser Irrtum zu glauben, dass ein natürlicher Mechanismus - Mutation, bei der überhaupt keine evolutionelle Wirkung beobachtet werden kann sondern die im Gegenteil, die Lebewesen nur zerstört - ein Beweis für die Evolutionstheorie sei. Muslimische Evolutionisten bemühen sich jedoch, diesen Irrtum durch Quranverse zu beweisen. Sie interpretieren und verdrehen bestimmte Verse ins Gegenteil ihrer ursprünglichen Bedeutung. In den betreffenden Versen wird wie folgt verkündet:
In den ersten drei Quranversen ist von dem Wunder die Rede, mit dem Gott die Körper der Lebewesen verwandelt. Im vierten Vers ist das erwähnte Objekt, der Stock, nicht einmal lebendig, also kann auch nicht die Idee vorgebracht werden, es sei durch Mutation geschehen. In Wahrheit sind die Bemühungen der Muslimischen Evolutionisten, aus Versen wie diesen Beweise zur Evolutionstheorie zu erbringen, eine Bestätigung die zeigt, wie zweifelhaft und nicht-Islamisch die These der “Schöpfung durch Evolution” ist.
- Die im Vers gemeinte Strafe wurde ein einziges Mal in der Geschichte und an einer begrenzten Anzahl Menschen angewendet. Doch die Evolutionstheorie legt uns mit einem unlogischen und unwissenschaftlichen Szenarium nahe, dass alle Menschen mit den Affen verwandt seien.
- Im Vers ist die Rede von der Verwandlung der Menschen in Affen. Doch die Behauptung der Evolutionstheorie geht in die entgegengesetzte Richtung.
- Im Quran wird im 60. Vers der Sure al-Ma’ida erwähnt, dass Gott eine erzürnte und perverse Gesellschaft in Affen und Schweine verwandelt hat. Der Vers lautet: